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Attraktive Arbeit durch Projektlernen

Arbeit attraktiver zu machen, bietet unmittelbar auch wirtschaftliche Vorteile. Dies verdeutlichten die am Erfahrungsaustausch des RKW NRW e.V. teilnehmenden Unternehmen am 13. November, der beim Gastgeber sci:moers in Moers stattfand. Das Finden von zum Unternehmen passenden Fachkräften war für alle ein Thema, wie Annett Kraushaar (RKW NRW e.V.) feststellte. Präsentiert wurden zwei Praxisbeispiele, die durch gezielte Maßnahmen zu Steigerung der Attraktivität der Arbeit eher auf langfristige und nachhaltige Wirkungen zielen.

Bei der Herausforderung Fachkräftesicherung handelt es sich um ein komplexes Thema, das durch unterschiedliche, aber aufeinander bezogene Maßnahmen gelöst werden muss. Für solche komplexen Projekte eignet sich nach Ansicht von Dr. Hardwig (KOM.in) die Methode des Projektlernens, um die Veränderungen im Unternehmen voranzutreiben. Im Rahmen eines Projektlernen-Auftrages setzt ein Team eine Lösung um und entlastet auf diese Weise die Unternehmensleitung. Mit Projektlernen wird den Mitarbeiter/innen zudem eine hochattraktive Aufgabe gestellt, die ihnen Spaß macht und die Möglichkeit gibt, etwas Sichtbares zur Unternehmensentwicklung beizutragen. Dadurch erhöhen sich die Mitarbeiterzufriedenheit und die Identifikation mit dem Unternehmen. Die Praxisbeispiele zeigen dies.

Für die Firma Voortmann GmbH & Co. KG Steuerungstechnik stellt der Geschäftsführer  Gerd Loy seine Überlegung dar, mit einem „Leuchttumprojekt“ ganz bewusst einen Impuls für die Unternehmensentwicklung zu setzen: Mit dem Auftrag an sein Projektteam, eine neue Organisation für die Zusammenarbeit von Außendienst und Innendienst zu entwerfen, formulierte die Geschäftsleitung eine echter Herausforderung. Die Projektleiterin, Frau Patricia Bongarts beschrieb sehr anschaulich, wie das Projektteam diesen Auftrag konkretisierte und welche positiven Auswirkungen die Projektarbeit seitdem für das Unternehmen hat. Man ist heute nicht nur weiter vorangekommen als geplant und wird mit den Projektergebnissen deutliche wirtschaftliche Verbesserungen erzielen. Vielmehr hat sich auch die übergreifende interne Zusammenarbeit verbessert und manche/r fühlt sich angespornt, seine Ideen und sein Engagement für die Firma noch stärker einzubringen.

Ähnliche Ergebnisse präsentierten auch Frank Liebert (sci:moers gGmbH) und Manfred Bergstermann (KOM.in). Hier zielt der Projektauftrag auf die Entwicklung eines verbesserten Dienstleistungsangebots im Bereich der Offenen Ganztags Grundschulen (OGS). Die zentrale Frage wurde beantwortet, wie trotz knapper, öffentlicher Budgets ein qualitativ hochwertiges Dienstleistungsangebot entwickelt werden kann. Die Gefahr wurde erkannt, dass bei einem ‚naturwüchsigen` Verlauf aufgrund immer wieder neu entstehender Bedarfe bei Eltern und Kindern eine Überschreitung der Budgets nicht ausgeschlossen werden konnte. Auch in diesem Fall liegt ein direkter Nutzen der Projektumsetzung in der Verbesserung der Arbeitssituation der Erzieherinnen.

In der Diskussionsrunde zeigte sich, dass auch andere Unternehmen mit Formen des Lernens in Projekten gute Erfahrungen gemacht haben. Beispielsweise Heike Marschmann von der Marschmann GmbH, einem Malerbetrieb mit ca. 80 Mitarbeiter/innen, hatte die gute Idee, Auszubildende im dritten Lehrjahr die Möglichkeit zu geben, ein eigenes Projekt zu Gunsten einer gemeinnützigen Einrichtung vollumfänglich selbst zu realisieren. Das Projekt war ein riesen Erfolg und wird fortgesetzt. Markus Tenbusch von der Tenbusch Gebäudetechnik GmbH motivierte seine Mitarbeiter/innen mit dem Angebot, einen Arbeitstag im Jahr für eine selbstgewählte Aufgabe einsetzen zu können. Dies habe viel in Gang gesetzt und stärke den engagierten Mitarbeiter/innen den Rücken.

Der Erfahrungsaustausch wird im nächsten Jahr fortgesetzt.

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